Die Einheit bei den Peanuts der Banken muss neu definiert werden. Am 21. April 1994 fielen denkwürdigen Worte des Deutschen-Bankenvorstandes Kopper: „Wir reden hier eigentlich von Peanuts“. Es ging um offene Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark im Rahmen der Immobilienpleite von Jürgen Schneider. 50 Millionen sind bei staatlichen Bad Banks überhaupt nicht mehr erwähnenswert, zumal sie noch in DM gerechnet wurden. Die europäischen Staatenlenker haben Billionen Euro Schulden im Blick. Da kann unser Finanzminister in seinem Zuständigkeitsbereich schon mal 55,5 Milliarden als Peanuts übersehen.
Andererseits
- Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
- Wer bei seiner Bad Bank viele Milliarden übersieht, sollte keine Unternehmer belangen wenn sie ein paar lächerliche Millionen in der Bilanz übersehen haben…
- Ein Versehen und Dyskalkulie kommt auch an höchsten Stellen vor.
Welchen Mitarbeiter offert Schäuble dieses Mal in seinem Zorn?
Anmerkung: Vor fast einem Jahr machte unser zorniger Finanzminister seinen Pressesprecher Offer vor den Fernsehkameras nieder. „Reden Sie nicht Herr Offer…“ „…dann haben Sie die Zahlen und ich brauche Sie Ihnen nicht vorlesen…“
Damals vermutete man mitmenschliche Probleme oder mangelhafte Kompetenz in der Behandlung von Ministeriumsmitarbeitern. Jetzt kommen Kompetenzprobleme bei Stellenbesetzungen hinzu. Das Finanzministerium macht die Rechenkünste deutscher Bilanzprüfer zur Lachnummer. Trotz sehr langer Ausbildungs- und Studienzeiten bekommen Fachleute im Zuständigkeitsbereich des Finanzministeriums noch nicht mal die Grundrechenarten in den Griff. Bekanntlich werden auf Bankkonten nur Beträge im Soll oder Haben gebucht. In Bilanzen werden die Grundrechenarten zur Addition oder zur Subtraktion eingesetzt. Die sollte man als Banker kennen. Wenn Bad Bank bedeutet, dass dort hochbezahlte Leute sitzen, die nicht rechnen können, dann sollte man sie auf eine Schul Bank versetzen, damit sie Rechnen lernen.
Jeder Unternehmer, der mal unter Zeitdruck ein paar Millionen übersieht, bekommt großen Ärger mit den staatlichen Stellen. Das Finanzministerium sollte in Zukunft allen Unternehmen gegenüber christliche Nachsicht üben, wenn dort zufällig beim Nachrechnen noch ein paar Millionen in den Kassen gefunden werden. „…mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“
Wenn ich demnächst Azubis auf die Prüfung zur Tabellenkalkulation vorbereite, habe ich eine neue Textaufgabe, die mit Excel gelöst werden muss: Der Deutsche Banker Hilmar Kopper hat die Einheit Peanuts mit 50 Mio DM definiert. Wie viele Peanuts wurden dann bei der Bad Bank der HRE übersehen?
Wer die Antwort nicht kennt und das ehrlich zugibt ist naiv und kann Abgeordneter der Piraten werden. Wer seine Dyskalkulie (Rechenschwäche) hingegen verheimlicht, könnte Karriere im Finanzministerium oder bei einer Bad Bank machen – falls er nach der Lehre vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wird.
