Ohne die Erfindung des Buchdrucks hätte die Reformation keine Chance gehabt.
Ohne die Erfindung des Internets hätten die Demokratiebewegungen in arabischen Ländern in Asien und Osteuropa keine Chance. Dank Wikileaks & Co werden Kungeleien, Seilschaften und Vetternwirtschaft in unserem Land gnadenlos aufgedeckt – und das ist gut so! Jeder, der ein Amt anstrebt muss damit rechnen, dass Altlasten das frisch gewonnene Amt wieder gefährden. Das erfährt gerade der Bundespräsident. Wenn er sich im Amt hält, wird das eine Lehre für alle zukünftigen Bewerber sein. Nur mit Ehrlichkeit macht man sich in solchen Ämtern nicht angreifbar. Nach dem Rücktritt von Baron zu Guttenberg und der Kredit-Affäre Wulff steht im Raum, wer als nächstes über Altlasten stolpert.
Aus den Reihen der Feinde und Neider wird ein Judas plötzlich und unerwartet via Internet Dateien an der richtigen Stelle einschlagen lassen und die nächste Affäre ins Rollen bringen. Hochgefährliche Bankdaten oder Privatdossiers reichen für die Hinrichtung auf der medialen Guillotine. Waren es früher die Springers, Augsteins und Nannens, die den Daumen senken konnten, so ist es heute ein Millionenheer welches in den sozialen Netzwerken mit einem Klick die Existenzzerstörung auslöst.
Bei der Piratenpartei ist Transparenz in der Politik oberstes Gebot und Transparenz ist jetzt gleichzeitig die Waffe mit der sich die Partei selbst bedroht. Wenn man das Resümee zum Offenen Brief eines prominenten Piraten aus Berlin liest, kann man nur über menschliche Abgründe und Dummheit staunen. Bemerkenswert ist, dass die Transparenz dann doch begrenzt wurde. Der offene Brief ist jetzt nicht mehr offen …
Nach hoffnungsvollem Start macht man den im September in Berlin errungenen Wahlrfolg zu Nichte. Beim hochtransparenten Schauspiel schauen politischen Gegner zu, wie sich technisch intelligente Menschen mit der sozialen Intelligenz und zwischenmenschlichen Beziehungen schwertun.
Das alles wiegt umso schwerer weil das überhaupt nicht zum selbst gewählten Anspruch passt. Solche Ferkeleien und Machenschaften erwartet man bei Altparteien.
In solch schweren Fällen ist dort mangelnde Internetkompetenz hilfreich. Man kann nicht unüberlegt zur Tastatur greifen, um den Kontrahenten einen Streich zu spielen.
Nur im direkten Duell werden die Pofallas gegen die Bosbachs hemmungslos und lassen Sicherungen durchberennen:
Andererseits macht die Art von Sprachlosigkeit, wie sie von Silvana Koch-Mehrin in der Mitte des Videos demonstriert wird, auch nur extrem lächerlich und unwählbar. Aber das macht wohl nichts mehr weil es bald keine Wähler mehr für diese Partei gibt.
