Die Quotendiskussion der Partei der Grünen ist überholt. Quote ist das Gegenteil von freier Wahl geeigneter Bewerber. Benachteiligungen wegen des Geschlechtes oder anderer Merkmale gehören vor ordentliche Gerichte und nicht vor Quotenkommissionen. Die Piratenpartei nennt sich postgender und erfasst daher auch nicht das Geschlecht ihrer Mitglieder. Es ist zufällig, dass der weibliche Anteil im Vorstand mit 2 von 9 Mitgliedern proportional zur gesamten Mitgliederzahl ist. Bemerkenswert ist, dass eine als Männerpartei gescholtene Gruppierung eine Frau gegen zwei männliche Gegenkandidaten mit 94 % Zustimmung zum Schatzmeister gewählt hat. Ein Traumergebnis, welches nicht dem Geschlecht, sondern nur der Kompetenz zu verdanken ist.
Überhaupt sollte das Geschlecht keine Rolle spielen, wenn es um die Besetzung von Ämtern und Vorstandsposten geht.
Fakt ist aber immer noch das Rollenverständnis bei der Berufswahl: Die Mehrheit der Erzieher in Kindertagesstätten ist weiblich, die Mehrheit der IT-Mitarbeiter ist männlich. Männer stellen damit auch einen überproportionalen Anteil der Mitglieder der Piratenpartei. Mann und Frau sind biologisch verschieden. Durch die Evolution haben sie andere Denk- und Verhaltensschema entwickelt. Frauen haben in Sachen Schulabschlüssen die Männer längst überholt. Führungspositionen werden aber nicht von Schul- und Hochschulabgängern besetzt sondern von älteren Mitarbeitern. Bei deren Ausbildung waren vor Jahrzehnten die Studentinnen noch in der Unterzahl.
Quotenregelungen sind undemokratisch weil bevormunden. Entscheidern und Wählern wird die Fähigkeit zu objektiven Entscheidungen abgesprochen. Parteien und Unternehmen grenzen Kompetenz aus, wenn sie Quoten erfüllen müssen.
Der pure Zahlenvergleich der Anzahl von Vorstands- und Aufsichtsratspositionen in der Politik und Wirtschaft wird einer objektiven Betrachtung nicht gerecht weil er außer Acht lässt, dass es eine Phasenverschiebung zu Gunsten der Frauen gibt, die sich jetzt noch nicht in den Statistiken wiederspiegelt.
Der übliche Zahlenvergleich von männlichen und weiblichen Spitzenmanagern berücksichtigt zeitliche Entwicklungen nicht, weil jahrzehntelange Entwicklungen mit ihren Auswirkungen unberücksichtigt bleiben. Bis ca. 1980 war die Mehrzahl der Abiturienten männlich. Für die meisten Führungspositionen benötigt man ein Abitur und ein Studium. Daher ist es natürlich, dass in der Altersgruppe der über 50 jährigen überhaupt kein Gleichgewicht bei der Besetzung von Spitzenpositionen möglich ist. Aus dieser Altersgruppe werden derzeit noch die meisten Spitzenmanager ausgewählt.
In den 80er Jahren war das Verhältnis zunächst ausgeglichen und heute ist es so, dass fast 60 % der Abiturienten weiblich sind. Bis sich diese Zahl endgültig in Statistiken der Besetzung von Vorstandsämtern niederschlägt dürften weitere 20 Jahre vergehen. Dann sind die Männer-lastigen Jahrgänge aus dem Berufsleben ausgeschieden. Erst dann ist ein Vergleich ohne Strukturierung nach Altersklassen sinnvoll. Wenn dann immer noch die Mehrheit der Spitzenmanager männlich ist und für gleiche Arbeit höhere Einkommen bezieht, muss das hinterfragt werden.
Derzeit haben Männer als Gesamtgruppe laut Statistik bei den Einkommen oft ungerechtfertigte Vorteile.
Junge Männer werden zunehmend benachteiligt weil ihre Altersgenossinnen durch Quotenregelungen bevorteilt werden.
Bei den Schulabschlüssen sind sie mengenmäßig schon in Rückstand geraten und niemand spricht die Gründe dafür an.
Die Statistik der Alten Landesschule Korbach (ALS) wurde gewählt, weil der Autor dort selbst 1974 die Hochschulreife erwarb. Damals waren 58% der Absolventen männlich. 2011 sind es noch 37%. Tendenziell ist es an anderen Schulen ähnlich, wie die Statistik aus NRW (Wer besteht das Abitur) zeigt. Junge Männer sind in unserem Bildungs- und Frauenfördersystem langfristig die Verlierer. Die gewohnte Gender-Diskussion ist daher nicht mehr zeitgemäß.
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